05.05.2016

Neulich (letzte Woche) …

… hatte ich die Gelegenheit, mit einer Delegationsreise des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich Südkorea zu besuchen. Ich kannte Südkorea bereits, aber so eine Reise bietet natürlich einen ganz anderen Einblick.

Südkorea mit seinen etwas über 50 Millionen Einwohner ist kein großer, aber ein sehr interessanter Markt. Auf Grund der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung seit den 60er Jahren zählt Korea (Südkorea) zu den Tigerstaaten und ist das „K“ in den BRICK-Staaten.  Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum mit 3,3% (2014) etwas abgeschwächt hat, ist es immer noch ein sehr interessanter Markt.

Die pro Kopf-Gesundheitsausgaben (OECD 2011) betragen mit 2.196 US$ knapp die Hälfte von denen in Deutschland, was 7,6 % des Bruttoinlandproduktes entspricht.

Die Krankenversicherung wurde in den letzen Jahren deutlich erweitert, so dass mehr Geld für die Modernisierung und Ausstattung der Krankenhäuser zur Verfügung steht. Viele Leistungen, die in der Vergangenheit privat bezahlt werden mussten, sind jetzt Bestandteil der Krankenversicherung.

Der Markt für Medizintechnik wuchs 2012 um 6,6% auf ein Gesamtvolumen von 4,6 Bill. Won (etwa 3,2 Mrd. Euro). Dabei gewann besonders der Teilbereich der technologisch anspruchsvolleren Geräte an Bedeutung, von denen 2012 63,8% importiert wurden.

 

Deutschland zählt mit einem Volumen von 380,8 Mio. USD neben den USA (916,5 Mio USD), Japan und China (247,7 Mio USD) zu den Hauptquellen für koreanische Importe anspruchsvoller medizintechnischer Produkte. Westliche Medizintechnik und besonders deutsche Produkte haben eine sehr gute Reputation. Zudem haben deutsche Unternehmen Korea als Forschungs- und Produktionsstandort für anspruchsvolle Geräte entdeckt, wie einige erfolgreiche Beispiele zeigen. Darüber hinaus verschafft das im Jahr 2011 in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen EU und Korea deutschen Exporteuren zudem einen Vorteil gegenüber anderen Herkunftsländern. Handelszölle im Bereich Medizintechnik verringern sich bis zu ihrer Aufhebung in fünf Jahren sukzessive.

 

Quelle: AHK Südkorea – Medizintechnik 2012

Nicht nur deutsche Medizintechnik, sondern Deutschland allgemein genießt in Südkorea einen sehr guten Ruf. Der Koreanische Honorarkonsul erzählte mir, dass es in den 60er Jahren ein Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Südkorea gab. Über dieses Abkommen kamen eine große Anzahl von Krankenschwestern und Bergarbeitern aus Südkorea in die Bundesrepublik und nahmen dann ein positives Deutschlandbild wieder mit in ihre Heimat.

Von mehreren mittelständischen deutschen Medizintechnik-Unternehmen weiß ich, dass Südkorea für diese eines der wichtigsten Exportländer weltweit ist. Koreanische Distributoren schätzen unsere Produkte, werten mit deutscher Medizintechnik ihren Vertrieb auf und werben offensiv mit den deutschen Markennamen.

Also, warum nicht einmal über Südkorea als Exportmarkt nachdenken, auch wenn es mit 10 Flugstunden etwas weiter weg ist, die Zeitdifferenz von 8 Stunden und das schlechte Englisch nerven und mir persönlich chinesisches Essen besser schmeckt als koreanisches.

 

Blick auf Seoul

Blick auf das Zentrum von Seoul vom Fernsehturm (N Seoul Tower) aus

 

Mehr dazu in unserem Seminar Export- und Distributorenmanagement.

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