24.04.2018

Neulich …

… genauer vor zwei Wochen, war ich in Shanghai auf der größten chinesischen Medizintechnikmesse, der China International Medical Equipment Fair (CMEF Spring 2018).

Nach 2010 war ich nun das zweite Mal in China und sehr gespannt, wie sich das Land verändert hat. Um es vorwegzunehmen, Shanghai ist nicht China. Shanghai ist sehr westlich, sehr modern, zu vergleichen mit anderen großen Metropolen. OK, mit 25 Millionen Einwohnern eher zu vergleichen mit sehr großen Metropolen.

Auf der Messe zeigten 4.200 Aussteller über 120.000 Besuchern Medizintechnik, Pharma und Invitro-Diagnostika.

Auch wenn die Veranstalter von Besuchern aus über 100 Ländern sprechen, war es doch eine rein chinesische Messe. Kaum einer der Aussteller sprach englisch. Von den Besuchern habe ich das auch gar nicht erwartet. Dieser Eindruck „es geht nur um China“ hat sich in meinen Gesprächen mit Chinesen und europäischen Ausstellern verstärkt. Das Land ist so groß, bietet so viel Potential und hat noch so viel zu tun, dass der Export gar keine Rolle spielt. Der Markt ist zu Hause – bei rund 1,4 Mrd. Einwohnern und immerhin 21.000 Krankenhäusern.

Das chinesische Krankenhaus-System unterscheidet drei Kategorien von Krankenhäusern:

  • 12.500 Tier-1 Hospitals: weniger als 100 Betten, Portal-Krankenhäuser für leichte Erkrankungen in ländlicher Region
  • 5.000 Tier-2 Hospitals: mehr als 100 Betten in mittleren Städten
  • 1.000 Tier-3 Hospitals: große Krankenhäusern in den größten Städten mit Maximalversorgung auf europäischem Niveau.

Diese Zahlen relativieren natürlich das Potential wieder etwas. Eigentlich geht es nur um die größten 1.000 Krankenhäuser. Nicht vergessen darf man die gut ausgestatteten parallelen Versorgungsstrukturen in den Militärkrankenhäusern, Polizei u.a.

 

 

Was habe ich für mich mitgenommen:

  • der chinesische Markt ist immer noch gigantisch
  • für die (meisten) chinesischen Firmen ist nur China interessant, und nicht der Export
  • den chinesischen Markt kann man nur mit lokalen Partnern bearbeiten, am besten mit mehreren Distributoren parallel
  • man muss suchen, aber man findet durchaus chinesische Produkte, die mit Verbesserungen und auf Grund des unschlagbaren Preises für die europäischen Märkte interessant sind.

Und außerdem

  • Shanghai muss man gesehen haben
  • das Essen ist toll
  • das Wachstum der Stadt, die ständigen Veränderungen
  • und zumindest im April war das Wetter optimal und es waren sehr wenige (!) Einheimische und Touristen unterwegs.

 

 

Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder als Aussteller mit meinen Trainingsmodellen (Link) auf der CMEF in Shanghai sein. Mal sehen, wie sich die Stadt und das Land bis dahin verändert haben.

 

Mehr dazu im Seminar Export- und Distributorenmanagement.